sollte man Menschen bei Events einmal ein Elektro- auto zum Probefahren zur Verfügung stellen, damit sie diese Begeisterung spüren. Sie sind Gründungsmitglied von „Climate without Borders“ und seit 2021 auch European Climate Pact Ambassador. Was ist das für eine Organisa- tion bzw. die Funktion, die Sie innehaben? „Climate without Borders“ ist eine Plattform, die wir als Verband weltweit tätiger TV-MeteorologInnen im Sinne des Austausches gegründet haben. Wir haben versucht, hier unser Wissen zu bündeln und unsere Aktivitäten zu teilen. Wenn man sich nämlich für ein gutes Klima einsetzt, dann hat man manchmal auch Gegenwind. Der erste große Nutzen dieser Gruppe ist, dass man merkt, man ist nicht allein. Auf der ganzen Welt gibt es MitstreiterInnen, die diesen Weg mit dir gehen. Wir haben drei Dinge erkannt: Wir MeteorologInnen haben eine sehr große Reichweite (Anm. d. Red.: in Österreich über 1 Mio. Zuseher täg- lich), wir haben eine hohe Glaubwürdigkeit und wir können Dinge einfach übersetzen. Und das ist ent- scheidend beim Erklären der Bedrohungen unseres Klimas. Es ist wichtig, den Menschen das zu erklären. In der EU und in Österreich habe ich die große Ehre, hier als Botschafter zu agieren. Sie haben heuer ein neues Buch veröffentlicht. Möchten Sie unseren Lesern kurz erzählen, um was es darin geht? Nach meinem Buch „Klimawandel: Fakten gegen Fake & Fiction“ war die Motivation für das neue Buch, deutlicher und klarer zu werden, damit wir vom Wissen ins Handeln kommen. Ich habe damals die Fakten auf den Tisch gelegt und zwei Jahre haben wir verstreichen lassen, ohne zu handeln. Jetzt habe ich mich mit einer 16-jährigen Klimaaktivistin zusammengetan, die in ihrer jugendlichen Art und Weise lauter, emotionaler und mit viel mehr Energie geladen ist als ich. Zusammen haben wir versucht, deutlich aufzuzeigen, dass die Zeit knapp wird und dass wir dringenden Handlungsbedarf haben. Wir dürfen nicht immer nur fordern, sondern müssen auch klar sagen, was zu tun ist. Wir haben Ihr Buch gelesen. In der ersten These geht es darum, dass die Dekarbonisierung zu langsam passiert. Warum kann hier die Elektro- mobilität ein Treiber sein? Dazu muss man einmal klar sagen, sie passiert noch gar nicht. Wir haben noch immer von Jahr zu Jahr steigende Emissionen. Auch die Pandemie hat das nicht geändert. Das heißt, dass wir jetzt 2022 handeln müssen, um das CO2 aus der Luft heraus- zubekommen. Und hier ist die Mobilität der große Treiber. Der Verkehr ist bei uns in Österreich noch immer der Sektor, der die höchsten Steigerungs- raten bei den Emissionen hat. Das hat mit den vielen Verbrennungsmotoren zu tun. Daher müssen wir weg von der Verbrennung fossiler Brennstoffe – Benzin und Diesel – und hin zum strombetriebenen Antrieb mit nachhaltig produziertem Strom. Der Verkehr ist da der große Hebel, den wir wirklich in Österreich umlegen müssen. Wir bedanken uns für das Gespräch, wünschen uns ein besseres Klima und sind schon gespannt, von Ihnen zu hören, wie das Wetter in diesem Sommer werden wird. MARCUS WADSAK Marcus Wadsak, geboren 1970, ist ein öster- reichischer Meteorologe, Radio- sowie Fernseh- moderator und Sachbuchautor. 2019 und 2021 wurde er zum „ Journalisten des Jahres“ in der Kategorie Wissenschaft gewählt. Er ist Grün- dungsmitglied von „Climate without Borders“ und seit 2021 auch European Climate Pact Ambassador. Publikationen: 2010: Donnerwetter! 201 Fakten über Sonne, Wind und Regen, Edition A, Wien 2010, ISBN 978-3-99001-016-7 2020: Klimawandel: Fakten gegen Fake & Fiction, Braumüller Verlag, Wien 2020, ISBN 978-3-99100-303-8 2022: LETZTE GENERAT!ON: Das Klimamanifest, Braumüller Verlag, Wien 2022, ISBN 978-3-99100-350-2 9